In einem Beitrag von Sturmfrau steht geschrieben, daß es ein schöner Gedanke sei, daß es tatsächlich Menschen gibt, die wie
Etty Hillesum beschreibt, unsere "Geburtshelfer der Seele" sind. „Menschen, die uns durch ihr unbefangenes Stehen zu sich selbst ermutigen, jegliches Theater sein zu lassen“. Ich glaube, das ist es auch, was Goethe mit den „rechten Leuten“ meint.
Ich stimme der Ansicht Erich Fromms zu, daß die Geburt kein abgeschlossener Akt ist, sondern etwas, das ein Leben lang andauern sollte. Um so wichtiger ist es, bei diesem Akt von Menschen begleitet zu werden, die uns dabei helfen wollen und können. Was mit Sicherheit keine leichte Aufgabe ist. Zum einen, weil dies nur Menschen erfüllen können, die selbst auch noch geboren werden und zum anderen, weil diese Menschen ein wirkliches Interesse an uns haben müssen. Mit „wirklichem Interesse“ meine ich etwas, das das völlige Gegenteil von Wunschdenken ist. Nur diejenigen Menschen können anderen helfen, die sich jemanden nicht anders wünschen, als er tatsächlich ist. Die sich auf das Wagnis einlassen, jemanden so zu wollen, wie er auch wirklich ist.
"Unbefangenes Stehen zu sich selbst" - das ist wohl das, woran es in unserer Zeit am meisten mangelt. In einer Zeit, in der alles daran gesetzt wird, sich gut zu vermarkten, sind die ehrlichen Momente für den Psychotherapeuten oder aber für die Kneipe bei möglichst viel Bier reserviert.