Arbeitsauftrag ist nicht gleich Arbeitsauftrag
Vor längerer Zeit habe ich mich ein bisschen mit dem theoretischen Hintergrund des Vergleichs der Arbeitsweise von Sozialarbeit mit der von kaufmännischer Arbeit beschäftigt. Ich hatte immer noch vor, mich dabei auch mit dem Thema des Arbeitsauftrags zu beschäftigen. Die Idee kam mir, als ich eine Bürokraft eines anderen Büros auf etwas Belangloses ansprach und ich dafür keine Antwort erhielt, sondern stattdessen nur eine hochempörte Reaktion über mein Anliegen. Hochempört, weil ich einfach einen Vorschlag gemacht hatte und dies natürlich nur der Chef höchstpersönlich tun darf. Und verärgert wurde mir vorgehalten, dass für mein Anliegen doch überhaupt kein Arbeitsauftrag bestehen würde. Und da wurde ich wieder unsanft daran erinnert – ich bin nicht mehr im Sozialen Bereich, wo Ideen einfach nur Ideen sind und man über alle Vorschläge nachdenkt, bevor man sie ablehnt. Ich bin unter Kaufmännern, wo der Arbeitsauftrag sich auf das Einhalten von starren Prinzipien und Vorschriften beschränkt und man grundsätzlich nicht darüber nachdenkt, ob man Dinge auch anders oder vielleicht sogar besser machen könnte.

Ja, und dann habe ich mir die beiden sehr verschiedenen Formen von Arbeitsaufträgen einfach mal näher angesehen.




Der einzige Arbeitsauftrag
Auch ich habe ja eine Mitarbeiterin auf 400,00 €-Basis. Und irgendwann habe ich meiner Mitarbeiterin von dem unnötigen Wortwechsel mit der Bürokraft erzählt. Und dann habe ich den einzigen Arbeitsauftrag erteilt, den ich jemals erteilt habe: "Wenn es irgend etwas zu tun oder zu entscheiden gibt - erstmal nachdenken, ob etwas sinnvoll oder nicht ist". Und ich bin froh, dass ich eine Mitarbeiterin habe, die dies genau wie ich sieht...